Uralte Rituale für den Familienfrieden. 

Kennst Du das Schicksal Deiner Ahnen?

 

An Samhain, dem 31. Oktober (heute auch komerziell als Halloween gefeiert) endete für die Kelten das Jahresrad. Im Oktober feierten Kelten und später auch die Christen das Erntedankfest. Die Natur zieht sich zurück. Jetzt beginnt die Zeit der Dunkelheit, der Winter naht und die Tage werden kürzer. Die Nächte werden kalt und lang.

Wenn die Nebel aufsteigen und die Blätter fallen, beginnen wir, uns in die Innenwelt zurückzuziehen. Der Kontakt zur Anderswelt wird in diesen Zeiten einfacher wir sind eingeladen, uns unserer feinen Wahrnehmung wieder zu widmen.

An Samhain – und in den Raunächten zwischen den Jahren – kannst Du, laut der uralten Überlieferungen unserer Vorfahren, leichter zwischen die Welten reisen. Der Schleier lüftet sich heute Nacht und Du findest leichter Kontakt zu Deinen Ahnen. 

Zünde eine Kerze an. Stelle Bilder von den Familienmitgliedern auf, die ihren Körper verlassen habe. Sprich ein Gebet, sprich zu den Seelen und kläre, was noch zu klären ist. Lausche heute nacht dem Wind, schaue in den Himmel und sei offen für die Botschaften, die aus dem Jenseits zu Dir kommen mögen, auch durch Träume. 

Fast alle Kulturen und Religionen dieser Welt pflegten den Ahnenkult und/oder betonen die Weitergabe von Kraft und Wissen über eine ungebrochene Übertragungslinie.

 

Die Kraft der Ahnen

 

An Samhain/Allerheiligen ist es traditionell Zeit, an unsere Vorfahren zu denken, Kerzen aufzustellen oder Grabschmuck auf den Friedhof zu bringen. Durch unsere Ahnen sind wir ins Leben gekommen. In allen Kulturen gibt es Gedenktage für die Verstorbenen, die schon auf der „anderen Seite“ sind. In vielen Ländern Asiens gibt es bei Familien einen Ahnen-Altar. Darauf befinden sich Fotos und Andenken an die Eltern, Großeltern und Urahnen. Häufig werden Räucherstäbchen verbrannt, um den Ahnen zu gedenken. 

In der Beschäftigung mit den Familienthemen durch Coaching, Psychotherapie oder Familienaufstellungen zeigen sich bei uns in Europa jedoch vielfach unsichtbare Mauern des Schweigens zwischen den Generationen, besonders durch die Kriegstraumatisierung unserer Vorfahren. Dennoch verbindet uns alle ein unsichtbares Band und nur auf der spirituellen Ebene werden wir hinter die Schleier der Verletzungen schauen können und die Seelen unserer Mütter, Väter und Großeltern erspüren können.

Wenn wir uns jetzt mit der Kraft unserer Ahnen verbinden, werden wir uns bewusst, dass wir alle Teil eines größeren Netzwerkes aus Seelengruppen sind. Wir alle inkarnieren aus dem unsichtbaren Jenseits in diese Welt und treffen uns immer wieder, in verschiedenen Rollen, Zeiten, Kulturen und Gesichtern. Das ist zumindest meine spirituelle Auffassung. 

Die Beschäftigung mit den Ahnen, ist besonders für Hochsensible eine Chance, das Energiefeld ihre Familiensystems zu durchleuchten und tiefe Verletzungen zu heilen.

 

Warum ist es für Hochsensible besonders wichtig,

Versöhnung mit den Ahnen zu finden? 

 

Als hochsensitive Kinder und später Erwachsene nehmen HSPs verstärkt die unausgesprochenen Konflikte, Emotionen, Gedanken und Belastungen ihrer Familie auf. Einige Autoren sprechen auch von Hochsensiblen als „Lastenträger“ im Familiensystem. Und das kann ich aus eigener Erfahrung und Beobachtung selbst bestätigen. 

Die unerlösten Themen, Traumata und Gefühlsbilder werden von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Daran knabbern Hochsensible oft schwer: durch eigene Erkrankungen, intensive Träume, Ahnungen und sehr großer Rücksichtnahme auf die Familie. Das Schweigen wird vielfach akzeptiert, doch die inneren Fragen nehmen kein Ende. Als hochsensibler Mensch kannst Du nicht, wie viele andere, diese innere Gefühlswelt abstellen. Eine Verdrängung ist kaum möglich, deshalb ist die aktive Beschäftigung und emotionale Verarbeitung der familiären, unerlösten Themen für Hochsensible besonders wichtig und einfach. 

Typische Verletzungen der weiblichen Ahnenlinie sind

 

mangelnder Selbstwert
mangelnde Bemutterung durch die eigene Mutter
mangelnde Anerkennung für die Leistungen als Frau, Mutter, Tochter …
Verlust und Trauer (Kinder, Ehemänner im Krieg verlieren)
Entwurzelung
Gewalterfahrung & Unterdrückung
Verlust des Kontaktes zur eigenen Kraft
Ängstlichkeit und Hilflosigkeit
unbekannte Abstammung (Familiengeheimnisse)
kollektive Angst vor Hexenverfolgung (bis 1834 war die Hexenverfolgung noch aktiv)

 

Denke einen Augenblick an Deine Mutter. Welche Stärken und Schwächen hatte sie? Hattest Du das Gefühl, dass sie Dich liebt, unterstützt und nährt, oder war sie oft selbst bedürftig wie ein kleines Kind? War sie aggressiv, jähzornig oder hilflos wie ein kleines Reh? 

Durch die Jahrtausende anhaltende Unterdrückung der Frauen und der damit verbundenen weiblichen Kraft, haben sich viele Frauen nicht zu einer starken Mutter entwickeln können. Ihnen fehlte selbst die Bemutterung. Und das steht oft zwischen Kindern und ihren Müttern. Auch wenn Mütter ihren Nachwuchs liebevoll umsorgen und gute Mutterqualitäten hatten, können sie Ängstlichkeit, Zurückhaltung und mangelndes Selbstwertgefühl an die nächste Generation weitergegeben haben. 

 

Wie fühlst Du Dich heute, wenn Du an Deine Mutter denkst?

 

Nicht jede Mutter-Tochter-Beziehung ist durch Mangel gekennzeichnet. Es gibt zum Glück auch Mutter-Tochter-Beziehungen, die sehr innig, freundschaftlich und liebevoll geprägt sind. Besonders solchen Frauen fällt es leicht, ihre femininen Qualitäten in ihrer eigenen Familie, im Freundeskreis oder im Berufsleben weiterzugeben. 

Einige erwachsene Frauen haben eine fast zu starke Bindung an die eigene Mutter und verkraften es seelisch ganz schlecht, wenn die Mutter verstirbt. Andrerseits sind es auch oft die Mütter, die ihre lieben Töchter nicht flügge lassen werden wollen, weil sie Angst vor dem Alleinsein haben oder sich von ihrer nicht funktionierenden Ehe ablenken möchten.

Aus dem Verlust einer solchen engen Mutterbindung können sich auch Depressionen entwickeln. In solchen Fällen ist es oft so, dass die eigene Kraft als Frau noch nicht stark genug entwickelt wurde und eine gewisse psychische Symbiose mit der Mutter bestand. Im sich drehenden Rad des Lebens sind wir immer wieder aufgerufen, unsere Rollen zu wechseln. Aus dem Kind wird selbst eine erwachsene Frau und vielleicht auch Mutter und Großmutter.

Viele Frauen versäumen es, ein eigenes kraftvolles Netzwerk aus gleichaltrigen Freundinnen aufzubauen und bleiben dann abhängig von der Unterstützung und Fürsorge der eigenen Eltern, und insbesondere der Mutter. Umso fataler, wenn noch Kinder da sind, eine Scheidung ins Haus steht der der ganz normale Wahnsinn aus Mutterschaft, Berufstätigkeit und Haushalt an den Nerven zerrt. 

Viele Selbstwertprobleme bei Frauen sind letztlich ein Widerhall der unerlösten Themen unserer Mütter. 

Klicke auf das Bild und erfahre mehr über das Frauen Seminar!

Mit der Kraft der Ahnen beschäftigen wir uns im nächsten Frauen-Seminar vom „Womens Wisdom Circle“. Wir befreien uns von tief liegenden Blockaden, die über viele Generationen an uns weiter gegeben wurden. Durch die liebevolle Beschäftigung mit unseren Müttern, Großmüttern, dem eigenen inneren Kind und der weiblichen Kraft finden wir Möglichkeiten, ungute Verwicklungen zu lösen, emotionale Kälte zu erwärmen und von einer archaischen Kraft getragen zu werden. 

Wenn wir liebevoll die Bilder unserer Ahnen anschauen, können wir eine Verbindung mit ihrer Seele aufnehmen.

 

Typische Verletzungen der männlichen Ahnenlinie sind:

 

  • mangelnder Selbstwert
  • abewesender Vater
  • kein liebevolles Vorbild eines Vaters (Gewalt)
  • Zwang, sich anpassen und stark sein zu müssen
  • Traumatisierung im Krieg, Schweigen
  • Entwurzelung
  • Gewalterfahrung & Unterdrückung als Kinder
  • keinen konstruktiven Zugang zur eigenen Kraft & Männlichkeit finden
  • Macht und Kraft missbrauchen oder ablehnen 
  • Autoritätsprobleme
  • unbekannte Abstammung (Familiengeheimnisse)

 

Das Vaterthema ist nicht weniger kompliziert in den meisten Familien. Besonders hochsensible Söhne brauchen Väter, die zu ihrer gefühlvollen Seite stehen können. Doch unsere Väter und Großväter wurden gesellschaftlich dazu erzogen, gute Soldaten zu werden. Gefühle, Verletzlichkeit und der Zugang zur Weiblichkeit im Inneren wurde ihnen weitgehend verwehrt, ja sogar unter Strafe ausgetrieben. 

Ein unerreichbarer, aggressiver oder harter Vater kann für hochsensible Söhne zu weitreichenden Identifikationsproblemen führen, die mitunter dazu beitragen, dass hochsensible Männer keinen konstruktiven Zugang zu ihrer eigenen Männlichkeit und männlichen Kraft finden. Denn diese assozieren sie mit üblem Machtmissbrauch, Gewalt und Unterdrückung. 

 

Narzisstische Väter

 

Sie wirken oft wie perfekte Götter, tyrannisieren ihre Ehefrauen mit langwierigen Attacken auf deren Selbstwertgefühl durch ständige Nörgeleien, Besserwisserei, Trennungsandrohnung und Fremdgehen. In den Augen der Kinder sind diese Väter jedoch perfekt. Sie schauen zu ihnen auf, denn es umgibt sie eine Aura der Autorität, Unfehlbarkeit, Bildung, Eleganz und gleichzeitig geben sie ihren Töchtern das Gefühl, eine Prinzessin zu sein. Die Sticheleien gegen die Mutter bleiben in den ersten Jahren für die Kinder unerkannt. Wenn hochsensible Töchter in dieser Konstellation heranwachsen, vergöttern sie meist den Vater und haben eine zu enge Bindung zu ihm, was später oft zu unguten Konstellationen in eigenen Partnerschaften führt.

Die emotionale Unerreichbarkeit vieler Väter führt bei jungen Mädchen und später hochsensiblen Frauen zu fatalen Bindungsprägungen, die sie dazu verleiten, Liebe bei bindungsunfähigen, distanzierten und vielleicht auch intellektuell hochgebildeten Männern zu suchen, die ihnen jedoch niemals die emotionale Wärme geben können, die sie brauchen. 

 

Und es gibt sie natürlich auch: hochsensible Väter

 

Ich hatte auch einen hochsensiblen Vater. Mit ihm fühlte ich eine tiefe, seelische Verbindung. Darüber schreibe ich auch in meinem Artikel über „spirituelle Psychologie“.

Hochsensible Väter sind oft sehr liebevoll, wenngleich sie nicht so stark sind, wie unsere Gesellschaft es von Männern im allgemeinen erwartet. Meist sind diese Männer im Familienverbund geschwächt, haben dominante Frauen oder werden auf der Arbeit unterdrückt, denn ihnen fehlt die Durchsetzungskraft, die für Männer so „normal“ ist. Oder sie werden zum sozial hoch kompetenten Mitarbeiter, die gern von allen Kollegen und Chefs für Gespräche aufgesucht werden. 

 

Wie finden wir die Kraft der Ahnen? 

 

Egal, wie positiv oder negativ Deine Erinnerungen an Deine Ahnen sind, durch sie bist Du ins Leben gekommen. Versuche, Dich mit ihnen auf einer innerlichen Ebene zu versöhnen. Wir können uns teilweise nicht vorstellen, welche Höllenqualen unsere Vorfahren im Krieg, in Flucht und Vertreibung erleben mussten. Natürlich gibt es auch Dinge, die unverzeihbar erscheinen, das bringt es nichts, sich zu etwas zu zwingen. Durch die Beschäftigung mit dem Schicksal Deiner Ahnen wirst Du jedoch vieles besser verstehen und zumindest akzeptieren können. 

Doch immer gibt es Lichtgestalten und stille Helden und Heldinnen in unseren Familien. Jene zu achten und anzuerkennen, lässt das Familien-Energiefeld aufatmen. Auch Familiengeheimnisse wollen gelüftet werden: etwa der unbekannte Vater, ein verstorbenes Geschwisterkind, ein verlorener Zwilling. Alle wollen gesehen, gewürdigt und erkannt werden. Wann immer ein Familiengeheimnis besteht, ist die Kraft der Ahnen blockiert. Viele Geheimnisse lassen sich jedoch durch Aktenkunde nicht lüften, sondern müssen erspürt, erahnt und geträumt werden. Zum Beispiel in Familienaufstellungen, in Träumen, Hypnose oder durch intuitives Fühlen wie ein Puzzle zusammengesetzt werden.

Sprich auch Deinen Ahnen Dank aus, unter Einsatz ihres Lebens Deine Eltern geboren, ernährt und beschützen haben in schweren Zeiten. Sie gaben ihr Bestes, auch wenn es oft emotional zu wenig war. Nur wir können die Wunden heilen, die Verkrustungen auflösen und das Herz wieder öffnen. Wir können die Gewalt beenden und den Samen der Liebe pflanzen. Das liegt in unserer Macht. 

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Sylvia Harke

Sylvia Harke

Hallo, Du liest hier meinen Blog zum Thema Hochsensibilität. Ich bin Buchautorin, selbst hochsensibel, Coach und Dipl.-Psychologin. Ich arbeite freiberuflich als Seelen-Dolmetscherin und Schriftstellerin. Mit einer selbständigen Tätigkeit verwirkliche ich meinen Traum von einem selbstbestimmten, kreativen Leben. Ich schreibe über Hochsensibilität, Sensitivität, Erfolg, Beziehungen, Talententwicklung, Kreativität, Selbstverwirklichung und Psychologie.

Hier erfährst Du mehr über mich und meinen persönlichen Weg.

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