ADHS Symptome und Diagnostik bei Frauen
Zerrissen zwischen kreativer Fülle & Chaos:
Wenn du endlich verstehen willst, was dahintersteckt.
Du hast dich vielleicht lange über Hochsensibilität erklärt. Doch irgendwann bleiben Fragen offen:
Du bist voller Ideen: intensiv, kreativ und neugierig und gleichzeitig gibt es Bereiche,
in denen du dich selbst komplett in Frage stellst. Könnte ADHS das fehlende Puzzleteil sein?
- Warum fühlt sich der ganz normale Alltag für dich manchmal an wie das Besteigen des Mount Everest?
- Warum blockiert dein Gehirn mitten in einer Flut von Ideen, sodass selbst kleinste Entscheidungen zur unerträglichen Qual werden?
- Warum wechseln sich Phasen von brillanter Produktivität mit Momenten totaler, lähmender Erschöpfung ab?
- Warum hinterlassen die Brüche in deiner Biografie das Gefühl, nicht zu wissen, wer du ohne deine Maske eigentlich bist?
Hyperfokus, assoziativ, Zeitblindheit bei ADHS
6 ADHS Symptome bei Frauen
1. Aufmerksamkeit & Fokus
- Du kannst dich bei interessanten Themen extrem lange vertiefen.
- Bei langweiligen oder notwendigen Aufgaben bricht Deine Motivation schnell weg.
- Du verlierst bei Gesprächen, Texten oder Routineaufgaben leicht den Faden.
- Du bemerkst manchmal erst spät, dass du gedanklich längst ganz woanders bist.
Deine Aufmerksamkeit lässt sich stark über Interesse steuern.
2. Starten, Dranbleiben & Abschließen
- Du hast viele Ideen, aber der Schritt vom Denken zum Beginnen fällt manchmal schwer.
- Du schiebst Aufgaben auf, obwohl Du genau weißt, dass sie erledigt werden müssen.
- Du startest mehrere Projekte gleichzeitig.
- Du hast Schwierigkeiten, Dinge abzuschließen, sobald der Reiz des Neuen nachlässt.
- Porkrastination, Aufschieben bis zum letzten Drücker (das ist für Dich normal)
3. Zeit & Selbstorganisation
- Zeit vergeht für Dich manchmal völlig anders, als du erwartet hast.
- Du unterschätzt regelmäßig, wie lange etwas dauert.
- Termine, Fristen oder alltägliche Verpflichtungen können unverhältnismäßig viel mentale Energie beanspruchen.
- Dein Zeitgefühl ist subjekt und Du verschätzt Dich oft, wenn es um Zeit geht.
- Du funktionierst in Phasen sehr strukturiert und verlierst diese Struktur dann wieder.
4. Reize, innere Unruhe & Regulation
- Viele Reize, Menschen oder Anforderungen können Dich überfordern.
- Du hast Schwierigkeiten, wirklich abzuschalten, obwohl du erschöpft bist.
- Du fühlst dich innerlich getrieben oder ständig „auf Empfang“.
- Du brauchst viel Rückzug, um dich wieder zu regulieren.
5. Impulsivität & Ideenflut
- Dir kommen ständig neue Ideen: oft schneller, als du sie umsetzen kannst.
- Du springst gedanklich schnell von einem Thema zum nächsten.
- Du unterbrichst dich manchmal selbst, weil dir bereits der nächste Gedanke durch den Kopf geht.
- Du entscheidest oder handelst gelegentlich spontan und
- denkst erst später über die Konsequenzen nach.
6. Emotionen & Frustration
- Du reagierst auf Frust oder Zurückweisung intensiver
- Kleine Störungen können starke emotionale Reaktion auslösen.
- Du kannst dich für etwas unglaublich begeistern & ebenso schnell die Motivation verlieren.
- Nach Phasen intensiver Aktivität brauchst du manchmal ungewöhnlich lange, um wieder herunterzufahren.
ADHS Symptome bei Frauen: Comic Bild
FAQ zu ADHS und Hochsensibilität bei Frauen
Ich dachte immer, ich bin einfach hochsensibel (HSP). Kann ich trotzdem ADHS haben?
Ja, absolut. Viele Frauen, die zu mir kommen, haben sich jahrelang intensiv mit Hochsensibilität beschäftigt. Ich selbst habe über 10 Jahre überwiegend über Hochsensibilität gesprochen.
Die tiefe Wahrnehmung, die Empathie und die Reizüberflutung fühlen sich auch identisch an.
Der Unterschied liegt oft in der exekutiven Funktion: Wenn zu der Hochsensibilität eine chronische Prokrastination (Aufschieben), extreme Entscheidungsschwierigkeiten, Desorganisation und Phasen totaler mentaler Lähmung (ADHS-Paralyse) kommen, reicht das Konzept der Hochsensibilität meist nicht mehr aus. Es ist kein Entweder-oder: viele Frauen sind tatsächlich hochsensibel und neurodivergent (ADHS).
Fühlt sich der Gedanke an ADHS wie ein „Verrat“ an deiner Hochsensibilität an?
Das darf es. Und es ist völlig verständlich, wenn sich in dir im ersten Moment Widerstand regt. Der Begriff „Hochsensibilität“ war für dich wahrscheinlich jahrelang ein sicherer Hafen. Er hat dir die Erlaubnis gegeben, deine tiefe Empathie, deine feinen Antennen und deine intensive Wahrnehmung als eine wunderbare Gabe zu sehen und nicht als Fehler.
Jetzt das Wort ADHS zu hören, kann sich anfühlen wie ein Rückschritt. Als würde man dir deine Würde nehmen und dich wieder in die Schublade „defekt“ oder „krank“ stecken wollen.
Aber lass uns diesen Blickwinkel gemeinsam erweitern:
ADHS löscht deine Hochsensibilität nicht aus. Es verrät sie nicht. Es ist das fehlende Puzzleteil, das deine Hochsensibilität überhaupt erst lebensfähig macht.
- Hochsensibilität erklärt, warum du so tief fühlst, so intensiv wahrnimmst und so viel Schönheit (und Schmerz) in der Welt siehst.
- ADHS erklärt, warum dieses hochsensible System im Alltag so oft blockiert (die Paralyse), warum du im kreativen Chaos versinkst, zeitblind bist und dich trotz all deiner Gaben ständig zerrissen fühlst.
Du musst deine geliebte Hochsensibilität nicht abgeben. Du bist kein Verräter an dir selbst. Wir erweitern lediglich dein Selbstbild um die neurobiologische Realität deines Gehirns. Erst wenn wir beide Seiten umarmen: die filterlose Wahrnehmung und den Dopamin-Hunger deines Gehirns –, kannst du das Gesellschafts-Mieder ablegen und deine Gaben leben, ohne auszubrennen.
Ich will in keine Schublade gesteckt werden oder als krank gelten.
Die Medizin liebt es ordentlich. Sie baut Schubladen, klebt Etiketten auf und verteilt Diagnosen wie starre Stempel. Doch die menschliche Natur und vor allem dein Gehirn halten sich nicht an diese künstlichen Grenzen. Wenn wir über Hochsensibilität, ADHS oder andere Spielarten des Denkens sprechen, reden wir in Wahrheit über ein riesiges, buntes Spektrum der Neurodivergenz.
Neurodivergenz bedeutet einfach, dass dein Gehirn die Welt anders filtert, Informationen anders verarbeitet und Energie anders fließen lässt als der Durchschnitt. Die Übergänge in diesem Spektrum sind fließend und verändern sich im Laufe deines Lebens – besonders in Phasen von großen biologischen Umbrüchen wie den Wechseljahren ab 40. Es gibt kein „Entweder-oder“: Du bist ein Gesamtkunstwerk
Du musst dich nicht entscheiden, ob du nun „hochsensibel“ oder „eine ADHS-Frau“ bist. Es ist keine Mathematik, sondern deine ganz persönliche Biologie:
- Deine feinen Antennen, deine tiefe Empathie und die Liebe zur Ästhetik kommen aus deiner hochsensiblen Natur.
- Deine Zeitblindheit, dein kreativer Hyperfokus, das Aufschieben aus Erschöpfung und deine Zerrissenheit zeigen uns die ADHS-Dynamik.
- Deine Vielbegabung und die tausend Ideen machen dich zu der Scannerpersönlichkeit, die du bist.
Alles greift ineinander. Es ist ein lebendiges System. Mein Ziel in der Diagnostik und Begleitung ist es nicht, dich in eine neue Schublade zu stecken. Es geht darum, deine ganz persönliche Landkarte auf diesem Spektrum zu zeichnen. Erst wenn wir alle Facetten sehen, können wir das einengende Business-Mieder abstreifen und einen Alltag erschaffen, der sich für dein Nervensystem endlich sicher, frei und richtig anfühlt.
Ich bin überhaupt nicht körperlich zappelig: Wie passt das zu ADHS?
Das Bild vom „Zappelphilipp“, der nicht stillsitzen kann, ist völlig veraltet. Die Wissenschaft hat gelernt: ADHS bei Frauen sieht anders aus. Frauen neigen zur internalisierten Hyperaktivität. Das bedeutet:
Der Zappelphilipp sitzt nicht in deinen Beinen, sondern in deinem Kopf. Es ist ein unaufhörlicher, lauter Gedankensturm, ein inneres Getriebensein und das Gefühl, dass das Gehirn niemals auf „Pause“ schaltet. Nach außen wirken diese Frauen oft ruhig, angepasst oder sogar extrem diszipliniert (Masking), während sie innerlich erschöpfen.
Warum bemerke ich diese Symptome erst jetzt, ab 40 oder in den Wechseljahren?
Das ist neurobiologisch absolut logisch. In den Jahren der Perimenopause und Menopause sinkt der Östrogenspiegel im weiblichen Körper. Östrogen steuert jedoch maßgeblich die Produktion von Dopamin und Serotonin im Gehirn: genau den Botenstoffen, an denen es bei ADHS ohnehin mangelt.
Strategien, mit denen du dich mit 20 oder 30 Jahren unter enormem Kraftaufwand durch den Alltag gekämpft hast, funktionieren durch diesen hormonellen Umschwung plötzlich nicht mehr. Das mühsam aufrechterhaltene Kartenhaus bricht ein, und die ADHS-Symptome treten oft zum ersten Mal unübersehbar an die Oberfläche.
Ist eine ADHS-Diagnose mit über 40 nicht ein Stempel, der mich krankmacht?
Im Gegenteil. Meine Klientinnen erleben die Diagnose fast immer als den größten Befreiungsschlag ihres Lebens. Sie ist kein Stempel, der dich einschränkt, sondern die Erlaubnis, dich endlich selbst zu verstehen. Wenn du weißt, wie dein Gehirn neurobiologisch verdrahtet ist, kannst du aufhören, dich für dein „Chaos“ zu verurteilen. Die Diagnose nimmt die lebenslangen Schuldgefühle und ebnet den Weg, um deine Biografie mit Mitgefühl rückwärts zu verstehen.
Bedeutet eine Diagnose, dass ich Medikamente nehmen muss?
Nein, das ist ganz allein deine Entscheidung. Eine fundierte Diagnostik gibt dir erst einmal nur Klarheit. Wie du danach damit umgehst, gestalten wir gemeinsam. Für viele Frauen ist eine feinfühlige, ADHS-spezifische Begleitung, die Regulierung des Nervensystems und das Finden einer passenden Tätigkeit bereits der Schlüssel zur Veränderung. Medikamente können für manche eine wertvolle Unterstützung sein, sie sind aber niemals der einzige Weg.
Ich fühle mich oft wie „aus der Zeit gefallen“ und sehne mich nach vergangenen Epochen. Hat das auch mit ADHS zu tun?
Ja, überraschend häufig. In der Psychologie nennt man das Anemoia
eine tiefe Sehnsucht nach einer Zeit, die man selbst nie erlebt hat. Viele kreative, hochsensible Frauen mit ADHS kennen das Gefühl, innerlich asynchron zur modernen Welt zu laufen. Unsere heutige Zeit verlangt permanente digitale Erreichbarkeit, rasende Taktung und filtert Reize kaum. Ein ADHS-Gehirn verarbeitet Zeit jedoch nicht linear, sondern in emotionalen Zyklen. [1, 2, 3]
Wenn du dich nach einer anderen Epoche sehnst, ist das oft ein unbewusster Schutzmechanismus deines Nervensystems. Du suchst nach einer Welt, die in deiner Vorstellung entschleunigter, ästhetischer und reizärmer war. Dein Hyperfokus erlaubt es dir zudem, so tief in historische Stoffe, Kunst oder Musik einzutauchen, dass dieses „Heimweh nach der Vergangenheit“ sich zutiefst real anfühlt. Du bist nicht altmodisch oder seltsam: Dein Geist sucht lediglich nach einem Rhythmus, der zu deiner Natur passt. [1, 2]
Diese Seite zum Thema ADHS bei Frauen
ist noch im Aufbau
Der erste Teil ist online und in den nächsten Tagen kommen noch weitere Bereiche dazu:
- 💼 ADHS im Business besonders für kreative, selbstständige Frauen und Unternehmerinnen
- 🔍 ADHS-Diagnostik mit Informationen zum diagnostischen Ablauf und zum Einsatz des Hogrefe-Systems
🌿 Coaching: was nach der diagnostischen Klärung möglich ist und wie du deine persönliche Arbeits- und Lebensweise besser an deine Neurodivergenz anpassen kannst.
Mir ist wichtig, ADHS nicht auf eine Liste von Symptomen zu reduzieren. Gerade bei Frauen können sich über viele Jahre individuelle Kompensationsstrategien entwickeln und manchmal erklärt das bisherige Bild von Hochsensibilität eben nicht mehr alles.
Wenn du dich in den Themen wiedererkennst und überlegst, ob eine ADHS-Diagnostik für dich sinnvoll sein könnte, kannst du schon jetzt Kontakt zu mir aufnehmen. Melde Dich bei Interesse an Coaching oder Online Diagnostik zur Abklärung.
Die Seite darf derweil weiter wachsen. 🌱
ADHS. Hochsensibilität. Kreativität. Neurodivergenz.
Und die Frage: Wie funktioniert mein eigenes Gehirn eigentlich wirklich?
Blogartikel von Psychologin Sylvia Harke
ADHS bei Frauen Ü40: mehr als hochsensibel
Unentdecktes ADHS einer ganzen Generation (Blogartikel)
In meiner Arbeit als Hochsensibilitäts-Expertin erlebe ich es seit Jahren: Immer mehr Frauen kommen zu mir: Anfang, Mitte oder Ende vierzig und bringen eine Geschichte mit, die sich auf bemerkenswerte Weise ähnelt. Sie haben in der Schule funktioniert. Sie haben im Studium brilliert. Sie haben ihre Karriere zielstrebig aufgebaut. Und jetzt funktionieren sie noch immer: aber irgendwie auf Reserve. Andere stehen an einem kompletten Wendepunkt, sie kämpfen mit Burnout, Scheidung oder einem Lebensumbruch, der nicht einfach eine Midlifecrisis ist, sondern tiefer geht. Das Selbstbild bröckelt und unbequeme Fragen müssen endlich beantwortet werden.
Was viele dieser Frauen nicht wissen: Sie leben möglicherweise seit Jahrzehnten mit einer nicht erkannten ADHS. Das klingt für viele zunächst unvorstellbar. Denn ADHS: das ist doch das zappelige Kind in der dritten Reihe? Der Schüler, der nicht stillsitzen kann. Nicht die Frau mit dem 1,5er-Abitur und dem abgeschlossenen Hochschulstudium. Genau hier liegt das große Missverständnis. (weiterlesen)
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