Interview mit Patricia del Mar, Kristallsängerin und Autorin

F: Liebe Patricia, stelle Dich bitte kurz unseren Lesern vor. Wer bist Du? Was machst Du beruflich?

Patricia: Ich bin Patricia, lebe derzeit in Innsbruck, Österreich, bin Künstlerin und hochsensibel. Da ich sehr vielseitig interessiert bin, kann ich mein ganzes Tun und Sein kaum in eine einzige Schublade stecken, so habe ich die Bezeichnung „Künstlerin“ gewählt.  Sängerin, Autorin, Geschichtenerzählerin, Komponistin und Tänzerin bin ich auch von ganzem Herzen.

F: Wie hast du deine hochsensible Veranlagung entdeckt?.

Patricia: Den Begriff HSP hörte ich zum ersten Mal vor ungefähr drei Jahren in einem wunderschönen französischen Liebesfilm. Ich war dann neugierig und begab mich auf die Suche nach weiteren Infos. So fand ich die Videos von Sylvia Harke, die ich mir glückselig, heulend und erleichtert anschaute, und zum ersten Mal im Leben erkannte, was mich denn so sehr von den „anderen“ unterschied.

Traurig war ich nur deshalb, weil ich erkannte, dass ich mein bisheriges Leben allzu sehr darum bemüht war, mich anzupassen, stabil zu sein, mich abzuhärten, mir nicht alles so zu Herzen zu nehmen… anstatt meiner eigenen Empfindsamkeit zu vertrauen und mich von dieser leiten zu lassen! Natürlich gab es in meinem Leben auch viele Phasen des Glücks, in denen ich in Ruhe und Zufriedenheit am Meer oder in den Bergen an meinen/unseren Projekten arbeiten konnte, in Kontakt mit liebevollen Menschen war oder Freude und Leichtigkeit im Tanz genießen durft

bei Ihrem Kind der Fall ist, dann unterstützen Sie es auf diesem Weg, wo immer es Ihre Hilfe braucht. Denn Ihr Kind kann darin den Sinn seines Lebens finden und der Welt etwas geben, das nur wenige vermögen. Ansonsten sind die verschiedensten Künste sicher schöne Hobbys, mit denen man eine erfüllte Freizeit haben kann.

F: Welche Stärken siehst du in deiner Sensibilität:

Patricia: Dadurch, dass meine Sinne sehr wach sind, erlebe ich jeden Tag unzählige wunderschöne Momente. In der Natur und in sonstiger friedvoller Umgebung begegnen mir Farben, Klänge, Düfte, Formen, Gefühle, Gesichter… die mich glücklich stimmen, durch die ich mich reich beschenkt fühle und die ich sehr genieße.Dadurch wird das Leben nie langweilig und selbst der hundertste Spaziergang in demselben Wald ist immer wieder interessant! Durch die stark ausgeprägte Empathie kann ich mich gut in Menschen hinein fühlen und erkennen, was ihre Stärken und Möglichkeiten sind. Solange ich mir meiner Empfindsamkeit bewusst bin, Reizüberflutung vermeide und allzu starken „Nehmern“ aus dem Weg gehe, kann ich all die Vorzüge dieser Eigenschaft wertschätzen.

F: Hast du Kinder?

Patricia: Ich habe keine eigenen Kinder. Es gibt so viele Kinder in der Welt, die ich alle gern haben kann!

F: Worin siehst du deine Berufung? Welche Werte vermittelst du als Künstlerin?

Patricia: Dies ist eine große Frage, die ich gern mit einem Gedicht aus meinem Buch einleiten möchte!

ich will singen

ich will tanzen

ich will sein

ich will für mich selbst sprechen

& auch für jene, die keine Stimme haben

ich will für mich selbst tanzen

& auch für die, deren Füße angekettet sind

ich will für mich selbst singen

& auch für jene, die stumm geprügelt wurden

ich will für mich selbst spielen

& auch für jene, die nie ein Instrument in die Hand nehmen durften

wir wollen jene lieben,

deren Gefühle schon alle tief vergraben liegen

wir wollen um die streiten & toben

die fast hinter ihren Masken ersticken

wir wollen ansteckend sein

wir wollen frühlingshafte Lebendigkeit

wieder zum Fließen bringen

aus: „Mein Gesang für die Frauen, Gedichte & Lieder“, Patricia del Mar

Ich glaube, Künstler sind Vermittler zwischen den Welten, der geistig- spirituellen und der Alltagswelt. Es geht darum, Unsichtbares sichtbar zu machen und die Menschen wieder an unseren göttlichen Ursprung (die Liebe) zu erinnern. Dadurch ergeben sich auch die Themen meiner Lieder und Gedichte: sie erzählen von der Schönheit des Lebens, von der Liebe, von der Verantwortung für Mutter Erde, von Frauengeschichten aus unterschiedlichen Kulturkreisen, von dem Traum einer neuen friedvollen Welt.

F: Wie sieht dein beruflicher Alltag aus?

Patricia: Nachdem ich in so vielen Bereichen arbeite, gleicht kein Tag dem anderen! Ein ruhiges Umfeld mit schönen Blumen, gutem Licht und feinen Düften ist eine wichtige Voraussetzung für mein erfolgreiches Arbeiten. Ich mache jeden Tag das, was gerade dran ist: Lieder ausarbeiten, arrangieren, eine Bandprobe abhalten, ein Konzert vorbereiten, Texte schreiben, einen Workshop geben, Entwürfe anfertigen, am Bild weiter malen … oder Organisatorisches, was auch dazu gehört. Zeit für Meditation, Natur und Bewegung ist mir sehr wichtig und wird möglichst jeden Tag eingeplant.

F: Was macht dir besonders viel Freude bei deiner Arbeit?

Patricia: Ich liebe es, vielseitig kreativ zu sein und die Schönheit des Lebens in Melodien, Worten, Bildern und Tänzen auszudrücken. Das Arbeiten nach meinem eigenen Rhythmus ermöglicht mir, viel glücklicher, kreativer und gesünder zu sein als unter Zeitdruck. Es freut mich, wenn ich mit meiner Arbeit Menschen darin unterstützen kann, sich an ihre Lebensträume zu erinnern und ihren eigenen Impulsen zu folgen. Ich selbst erlebe durch das kreative Tätigkeit- Sein, wie sich immer mehr Klarheit und Licht in meinem Leben ausbreiten.

F: Wie entwickelst du Ideen für deine kreativen Projekte?

Patricia: Die Inspiration zu einer Idee bringt meistens schon die gesamte Basisstruktur mit sich. So erhalte ich zum Beispiel Melodien häufig schon in Kombination mit Texten, die ich dann weiter bearbeiten darf. Ich habe oft das Gefühl, abwechselnd „Kanal“ und dann wieder Künstlerin zu sein. Das ist manchmal nicht ganz einfach, wenn so viele Inspirationen kommen, dass ich es gerade noch schaffe, diese zu skizzieren und zu den anderen zu legen, aber nicht gleich die Zeit finde, jede einzelne davon zu würdigen. Die Gefahr, sich dabei allzu sehr unter Druck zu setzen ist ziemlich groß.

Vermutlich sind auch gerade deshalb in Künstlerkreisen Erschöpfungszustände recht verbreitet.  Ich weiß mittlerweile, wie wichtig es für mich ist, die entsprechenden Voraussetzungen für ein glückliches Arbeiten zu schaffen: Viel Zeit in der Natur, ein gesunder Lebensstil, Achtsamkeit im Alltag, Kontakt mit liebevollen Menschen, Heilung und Klärung von inneren Verletzungen, Dankbarkeit, Zeit für Spaß und Freude. Ich nutze die kreativen Tage, um an meinen Projekten zu arbeiten und schaffe dann auch meistens sehr viel. An den weniger kreativen Tagen habe ich dann Zeit zum Proben, für Organisatorisches oder für Alltagsdinge. In den Entwicklungsphasen einer Idee gilt es immer wieder zu hinterfragen, ob diese denn „nur“ meinen persönlichen Prozessen dient, oder ob sie allgemeine Gültigkeit hat. Erst wenn die persönlichen Erkenntnisse und Erfahrungen eines einzelnen genügend transformiert und geklärt sind, können sie auch für andere Menschen hilfreich sein.

F: Welche Motivation treibt dich an, dich besonders für Frauen zu engagieren?

Patricia: Ich hatte sehr liebevolle und starke Großmütter und Urgroßmütter. Diese inspirierten mich als Kind schon, mich für das Thema Frau- Sein zu interessieren. Als Jugendliche habe ich dann viel zu den unterschiedlichsten Aspekten dieses Themas gelesen und später auf meinen Reisen in Europa, Indien und Lateinamerika Situationen erlebt, die mich zutiefst berührten. Ich kam immer mehr zu der Erkenntnis, dass es für uns Frauen heute unumgänglich ist, das eigene Bewusstsein zu entwickeln, den Selbstwert zu stärken und dadurch unsere Lebensfreude zu steigern.

Dieser Prozess begann selbstverständlich in mir selbst, lange bevor ich diese Themen dann mit anderen Menschen teilte. Mir ist mittlerweile auch klar, dass es sich hierbei um ein lebenslanges Entwickeln und Bewusst- Werden handelt, das nicht an irgendeinem Punkt plötzlich endet. Damit hatte ich früher schon meine Schwierigkeiten, denn ich wollte selbst erst ganz heil sein, bevor ich anderen half. Zum Glück weiß ich heute, dass das Leben ein Erfahrungs- und Lernweg für alle ist!

Mir macht es selbst große Freude, in der Gemeinschaft mit anderen zu singen, zu tanzen, zu weben oder zu färben und dabei zu sehen, dass die Teilnehmenden glücklich sind und innerlich wachsen. Meistens arbeite ich mit Frauengruppen, doch ab und zu biete ich auch Workshops für Männer und Frauen an, was der Energie der Gruppe oft recht gut tut.

F: Wie gehst du mit Lärm um?

Patricia: Ich habe jetzt das Glück, am Land zu leben und die Ruhe hier zu genießen. Das war nicht immer so. Ich lebte auch in Städten, wo es sehr laut und unruhig war. Nachdem ich damals noch lange nichts von HSP wusste, bemühte ich mich, der Empfehlung meiner Freunde folgend, mich daran zu gewöhnen, mich abzuhärten und nicht so empfindlich zu sein… was natürlich nicht gelang! Ich habe mir jedenfalls angewöhnt, immer mit Oropax und i-pod zu verreisen, um mich in belastender Umgebung besser schützen zu können und nicht auf meinen kostbaren Schlaf verzichten zu müssen.

F: Wie bekommst du Inspiration für deine kreativen Ideen?

Patricia: Grundsätzlich kann es fast alles sein, bei dem etwas in mir zum Klingen gebracht wird und mir als Inspiration dient. Meeresrauschen, ein Spaziergang im Wald, Sternenhimmel, ein berührendes Konzert, Schneeflocken, ein gutes Buch, ein Sonnenaufgang am Meer, eine Ausstellung, ein Zusammen -Sein mit lieben Freunden, Vogelgezwitscher im Garten, eine Umarmung, ein Tanz. Es kann sein, dass daraus eine Inspiration kommt oder auch nicht. Ich halte es für besonders wichtig, beide Möglichkeiten zu erlauben, sonst wird jedes schöne Erlebnis sofort zum Stress. Manchmal genügt es einfach, sich am Leben zu erfreuen, schöne Stunden zu genießen, ganz im Jetzt präsent zu sein und bewusst Abstand zu nehmen von ständiger „Produktivität“.

F: Welche spirituellen und künstlerischen Vorbilder hast du?

Patricia: Franz von Assisi, Anandamayi Ma, Mutter Maria, Osho, Hermann Hesse, Virginia Woolf, Gioconda Belli, Michael Ende, Mark Twain, Pablo Neruda, Gustav Klimt, Egon Schiele, Joaquin Sorolla, Paul Gaugin, Bob Dylan, Silvio Rodriguez, Violeta Parra, Cecilia Todd, Jony Mitchell… und Jane Goodall.

F: Welche 3 Herzens- Botschaften möchtest du unseren hochsensiblen Lesern mit auf den Weg geben?

Patricia:

der kostbare Augenblick

je dankbarer und achtsamer du jeden Augenblick lebst, umso mehr Schönheit, Freude, Liebe und Glück kann dir das Leben schenken!

Versöhnung mit der Vergangenheit, mit allem was ist, mit sich selbst:

Je größer die Bereitschaft ist, zu vergeben und wirklich in Frieden zu sein, umso glücklicher wird das eigene Leben… Tag für Tag! Am Schwierigsten und zugleich am Wichtigsten ist es, sich selbst zu vergeben. Dies ist jedoch der Schlüssel zu wahrhaftiger Liebe.

der Mittelpunkt deines Lebens:

Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben und der einzige, an dem du etwas verändern kannst. Behandle dich so liebevoll und fürsorglich wie möglich, denn dann können es dir auch andere Menschen in deinem Umfeld spiegeln.

Weitere Informationen zu meinen Arbeiten finden sich auf unserer Webpage:

www.lunaysol.at

und auf meinem youtube Kanal:  patriciadelmar@kristallsängerin

Sylvia Harke

Sylvia Harke

Hallo, Du liest hier meinen Blog zum Thema Hochsensibilität. Ich bin Buchautorin, selbst hochsensibel, Coach und Dipl.-Psychologin. Ich arbeite freiberuflich als Seelen-Dolmetscherin und Schriftstellerin. Mit einer selbständigen Tätigkeit verwirkliche ich meinen Traum von einem selbstbestimmten, kreativen Leben. Ich schreibe über Hochsensibilität, Sensitivität, Erfolg, Beziehungen, Talententwicklung, Kreativität, Selbstverwirklichung und Psychologie.

Hier erfährst Du mehr über mich und meinen persönlichen Weg.

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