Was ist spirituelle Psychologie?

 

Mein eigener Zugang zum Thema:

 

Als ich 1996 anfing Psychologie zu studieren, hatte ich große Erwartungen. Ich beschäftigte mich ja bereits seit meinem 12. Lebensjahr mit Spiritualität, dem Sinn des Lebens und wollte das Mystische, Unsichtbare ergründen. Durch den Verlust meiner Großmutter im Jahr 1991 beschäftigte ich mich intensiv mit dem Thema Sterben, Bewusstsein, Leben nach dem Tod und Reinkarnation. Ich kam zu dem Schluss, dass es ein Bewusstsein geben muss, das uns am Leben erhält und bis heute glaube ich persönlich ganz klar an ein Leben nach dem physischen Tod und an Reinkarnation, wie viele andere Milliarden Menschen auch auf diesem Planeten.

Nun, um es kurz zu machen: meine Erwartungen an die Universität wurden enttäuscht. Aber das konnte mich nicht davon abhalten, meine tiefe Sinnsuche fortzusetzen. Die akademische Psychologie besteht aus Zahlen, Statistiken und umfangreichen Theorien zum Menschen. Einen großen Teil meines Studiums befasste ich mich mit der Neuropsychologie: der Wissenschaft vom Gehirn. Medizin und Psychologie haben das Modell entwickelt, dass sich Bewusstsein aus der Aktivität des Gehirns entwickelt, also abhängig ist von der Aktivität der Hirnzellen. In der Wissenschaftsarena gibt es keinen Platz für Spiritualität. Es gibt nur wenige Ausnahmen, die sich auf dieses heiße Terrain heran wagen.

 

Gibt es ein Bewusstsein ohne Gehirn? Gibt es eine Seele?

 

Zahlreiche Berichte im Bereich der Nahtoderlebnisse haben ja das ganze Konzept schon widerlegt. Denn es gibt auch Bewusstsein ohne Hirnaktivität. Vielleicht hast Du schon von dem Bestseller „Blick in die Ewigkeit“ von Dr. Eben Alexander gehört? Genau dieser Mann, selbst ein Arzt und Neurochirurg, erkrankte an einer lebensbedrohlichen Hirnhautentzündung, die ihn für sieben Tage ins Koma versetzte. Was er da erlebte, stellte sein ganzes Weltbild auf den Kopf. Er berichtet, wie viele andere vor ihm, von einer Welt des Bewusstseins jenseits des Körpers. Sein Buch ist weltweit zum Bestseller avanciert und berührt die Menschen in ihrer Seele.

Die abstrakte Wissenschaft jedoch will von einer Existenz der Seele nichts wissen. Das solle man doch der Religion überlassen. Doch gerade die Psychologie ist die Schnittstelle zwischen Spiritualität, Medizin und Menschenkenntnis. Es sind Psychologen und Ärzte, die am Bett eines Hirntoten entscheiden, ob er „klinisch tot“ ist und seine Organe für Organtransplantationen entnommen werden können. Wenn jemand an die Existenz einer Seele glaubt und darum weiß, wird er eine solche Frankensteinmedizin nicht unterstützen. Durch unseren grenzenlosen Materialismus erlauben wir gesellschaftlich solche Entwicklungen, die in traditionellen Kulturen von je her tabu waren.

Ist das Gerede von der Seele, Vorahnungen und

Spiritualität usw. nur Hokuspokus?

 

Andererseits gibt es auf dem Esoterikmarkt auch Anbieter, die tatsächlich Scharlatane sind und ihren Kunden nur das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Es ist gut, wenn Du skeptisch bist, es ist wichtig, dass Du alles hinterfragst, was sich in diesem bunten Kosmos von Esoterik, Seelsorge, Spiritualität und Heilen so tummelt. Es wird viel Geld verdient mit der Sehnsucht des Menschen nach Sinn, Erleuchtung und Erlösung. Und dennoch lohnt es sich, tiefer in dieses Thema einzusteigen.

Was ist spirituelle oder

transpersonale Psychologie?

 

Während meines Studiums absolvierte ich dann ein Praktikum an der Habichtswald Klinik in Kassel, die ausdrücklich transpersonale Elemente in ihrem Klinikalltag integriert hat. Es gibt weltweit einige Ärzte, Psychologen und Philosophen, die diese Themen bekannt gemacht haben. Zum Beispiel Stanislav Grof, Dr. Sylvester Walch, Dr. Michael Newton oder Ken Wilber, um nur einige zu nennen.

 

Dabei geht es um folgende Bereiche:

 

  • Der Einsatz von Meditation oder Atemtechniken zur Erlangung veränderter Bewusstseinszustände.
  • Die Erforschung des Einflusses von pränatalen Erlebnissen. (Das Bewusstsein von der Zeugung bis zur Geburt eines Embryos, Fötus, ungeborenen Babys.)
  • Die Erforschung von Bewusstsein jenseits der Persönlichkeit. Dazu gehören auch Erfahrungen im kollektiven Unterbewusstsein, Erleuchtungszustände, Forschung zu Reinkarnation.
  • Die Suche nach dem Sinn des Lebens und nach einer höheren Ordnung im Kosmos.
  • Der Umgang von spirituellen Sinnkrisen.
  • Die Erforschung des Bewusstseins jenseits des Gehirns.
  • Das praktizieren traditioneller Techniken zur Bewusstseinserweiterung: Atemtechniken, Meditation, Dunkelretreats, Trance…
  • Die Erforschung von Phänomenen, wie sie beim Familienaufstellen geschehen: intelligente Felder, Gruppenbewusstsein.
  • Die Erforschung von Medialität, luzidem Träumen, Vorahnungen und allem, was bisher als „nicht wissenschaftlich“ galt.

 

Psychologie zwischen Leben, Werden und Vergehen

 

Nehmen wir an, es kommt eine Mutter in die Praxis eines Psychologen, deren Sohn mit 12 Jahren bei einem Verkehrsunfall gestorben ist. Diese Mutter ist im wahrsten Sinne des Wortes totunglücklich. Sie kommt über den Verlust ihres Sohnes einfach nicht hinweg. Eine Psychologie, die die Existenz der Seele verneint, kann dieser Frau keinen Trost anbieten. Und ihre mystischen Erfahrungen, wenn sie zum Beispiel nachts von ihrem Kind träumt, werden als unterbewusste Verarbeitung abgetan.

Dennoch sollten wir uns davon nicht abhalten lassen, nach der WAHRHEIT zu suchen. Nach Antworten auf die Sinnfragen des Lebens. Es bleiben die wesentlichen Fragen erhalten.

  • Wer bin ich?
  • Woher komme ich?
  • Wohin gehe ich, wenn mein Körper stirbt?
  • Was ist der Sinn des Lebens?

Materialisten haben so viel Angst vor diesen Fragen, dass sie lieber ihr Bewusstsein in einen Computer speisen würden, nur um nicht sterben zu müssen. Es gibt ernsthafte Bestrebungen in diesem Bereich. Man spricht dabei von „Transhumanismus“. Das ist eine gefährliche Entwicklung, die  uns suggeriert, die Technik, der Fortschritt und der Materialismus würden uns Unsterblichkeit anbieten.

Zurück zu unserem Fallbeispiel. In der transpersonalen Psychologie würden wir es uns erlauben, Kontakt mit dem Bewusstsein des verstorbenen Jungen aufzunehmen. Zum Beispiel durch eine geführte Imagination, durch eine Familienaufstellung oder durch ein Gebet. Ja, es ist alles möglich. Und was wahr ist, entscheidet der Klient nach seinem Gefühl. Wenn die Mutter sagt: „Ja, ich kann mein Kind spüren.“ Dann werde ich ihr das nicht ausreden, sondern die Mutter unterstützen, bei ihrer Wahrnehmung zu bleiben.

Fallbeispiel: Die Intuition als Stimme der Seele rettet Leben!

 

In einer meiner Beratungen sprach ich mit einer kraftvollen Frau, die ihre Initiation als intuitive Frau kurz vor der Geburt ihres Kindes erlebte. Weil sie wie eine Löwin für ihre Wahrnehmung kämpfte, konnte ihr ungeborenes Kind aus der Lebensgefahr gerettet werden: in letzter Minute! Was war geschehen? Jana (der Name wurde geändert) war schon im Krankenhaus. Der Geburtstermin verstrich ohne Wehen. Plötzlich spürte sie einen erschütternden Alarm in sich. Obwohl die Blutwerte und andere Untersuchungen keinerlei Gefahr signalisierten, wusste die Mutter, dass ihr Kind im Todeskampf war. Mehrere Tage lang bat sie um einen Kaiserschnitt, der ihr verweigert wurde. Ihre Anspannung wurde immer größer, die Aggression auch. Frauen verspottet man in solchen Gefühlsausbrüchen oft als „hysterisch“ oder als „irrational“. Dieses Wort leitet sich übrigens von dem Griechischen Begriff „Hystera“ ab, was Gebärmutter heißt.

In diesem Fall schrie die Gebärmutter förmlich nach Hilfe. Das Kind erlebte eine Schwangerschaftsvergiftung und drohte im Bauch zu ersticken. Die Mutter nahm ihre letzte Kraft zusammen und forderte unmissverständlich, dass der Kaiserschnitt sofort eingeleitet werden soll. Als man das Kind holte, fanden die Ärzte es in grünem Fruchtwasser. Es musste auf die Intensivstation, weil es lebensbedrohlich vergiftet war. Niemand entschuldigte sich bei der Mutter. Man hatte ja medizinisch nichts falsch gemacht. Zum Glück konnte das Kind gerettet werden und ist heute gesund. Dieses Beispiel ist mir eindringlich im Gedächtnis geblieben. Dieses Erlebnis war für Jana ein Weckruf, endlich ihrer inneren Sehnsucht zu folgen und ihr Leben authentisch zu gestalten.

 

Wir alle wären gut beraten, wenn wir wieder lernen würden,

auf die Stimme der Intuition zu hören,

auch wenn es nicht für alles wissenschaftliche Beweise gibt.

 

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Die spirituelle Dimension von Coaching und Psychotherapie

 

Warum ist es wichtig, die Spiritualität und Psychologie miteinander zu verbinden? In der Psychotherapie und im Coaching geht es häufig darum, sich wieder mit dem Leben zu versöhnen. Wie viele Menschen sind schockgefroren durch Traumata, Verluste, Einsamkeit und Enttäuschungen?

 

Es geht im Grunde genommen immer  um die diese Fragen:

Werde ich geliebt?

Bin ich gewollt vom Leben?

Was ist gut und was ist böse?

Hat Gott mich vergessen?

Bin ich zur Strafe hier?

Warum passiert mir das alles?

 

Unsere größte Verletzung liegt immer im Gefühl des Getrenntseins. Und dieser Urschmerz lässt uns unser Herz verschließen. Wir zweifeln dann an unserer Liebenswürdigkeit, an der Liebe überhaupt, erkennen keinen Sinn im Leben. Es folgen Erstarrung, Depression und innere Leere. Wenn wir uns mit dem Leben und unserem Schicksal versöhnen wollen, brauchen wir eine größere Perspektive auf unsere eigene Biografie. Wir brauchen Ermutigung, um unser Herz wieder zu öffnen und dabei spielt es eine große Rolle, ob ich das Leben als eine Zufallsmaschinerie betrachte oder den Kosmos als bewusstes, lebendiges und liebendes Wesen begreife.

Dieser Urschmerz spiegelt sich in unseren Trennungsthemen: Geburt und Tod, Abtreibung, Vertreibung, Scheidung, Verlust, Umzug, verlorener Zwilling usw. All diese Themen berühren unser Urtrauma: Das Gefühl des Getrenntseins vom Göttlichen, von der Liebe. Das lässt sich nicht mit Statistiken lösen. Das geht nur durch das Gefühl, durch veränderte Bewusstseinszustände, durch Versöhnung, Vergebung und die Öffnung des Herzens für eine höhere Wahrheit.

Die spirituelle Psychologie kann uns da weiterhelfen, Antworten auf die Kernfragen unseres Lebens zu finden. Wir dürfen keine Angst vor diesen Themen haben, nur weil sie als „unwissenschaftlich“ gelten.

Unsere tiefe Verbundenheit mit dem Kosmos 

 

In meiner Beratungspraxis spielt die spirituelle Psychologie eine große Rolle. Ich bin offen, wenn es um Fragen nach den Grenzgebieten des Lebens geht und nehme jede Äußerung meiner Klienten ernst, auch wenn sie mysteriös erscheinen. Es darf keine Tabus geben. Es gehört alles dazu. Und genau deshalb teile ich hier mit Dir ein mystisches Erlebnis, das ich zuvor nur in meinem Buch „Hochsensibel- Was tun?“ veröffentlicht hatte.

 

Wie sich die Seele meines Vaters von mir verabschiedete

 

Bei der Verarbeitung des Verlustes von meinem Vater, zuerst als Kind durch die Scheidung meiner Eltern und dann 2003 durch seinen plötzlichen Tod, hat mir die Spiritualität sehr geholfen. Aber nicht nur das. Ich erlebte, wie sich die Seele meines Vaters 3 Tage vor seinem Tod von mir verabschiedete. Damals lebte ich am Bodensee und fuhr mit dem Zug von Singen nach Konstanz nach der Arbeit nach Hause. Ich war müde und hatte die Augen geschlossen. Plötzlich sprach mich ein Mann im Zugabteil an. Er fragte mich, ob ich ihm einen Gefallen tun könnte. Ich war total genervt, vermutete eine Anmache. Dann fragte er mich direkt, ob ich ihn segnen könnte! Ich war total verstört. Was wollte dieser Mann? Mein Herz schlug bis zum Hals, ich wusste, dass ich in eine seltsame Situation geraten war. Der Fremde erkannte meine Verwirrung und erläuterte seine Situation. Er kämpfte gegen seine Alkoholsucht an und schilderte  mir, dass er jetzt zu einem Kampf fährt, wo er gegen seine Sucht symbolisch im Sport kämpfen würde. Auf dem Boden stand eine Tasche, in der ich seine Sportkleidung vermutete. Dann sagte er noch, seine Mutter hätte ihm gelehrt, dass man in solchen Situationen den Segen einer „heiligen Frau“ erbeten soll. Ich war geschockt und spürte, dass er es ernst meinte. Ich sah mich außerstande, ihn zu segnen. Aber ich setzte mich zu ihm ins andere Abteil. Damals fuhren noch die alten Züge am Bodensee und wir waren da mehr geschützt, obwohl auch eine andere Frau im Abteil mitbekam, was geschah.

Ich betete mit ihm zu Gott, dass er die Kraft haben möge, seine Sucht zu überwinden. Eine Träne lief über seine Wange und kurz nachdem ich fertig war, bedankte er sich und sprang auf, um bei der nächsten Station auszusteigen. Doch damit ist die Geschichte nicht beendet. Drei Tage später erhielt ich den Anruf von der Polizei, dass mein Vater in Köln verstorben war. Auch er kämpfte seit Jahren mit der Alkoholsucht und ich bin sicher, dass dieses mystische Erlebnis sein Abschied von mir war. Das lässt sich nur über die Seele erklären. Die ausführliche Geschichte habe ich in meinem Buch „Hochsensibel- Was tun?“ geschrieben.

Aufgrund dieser und vieler anderer Erfahrungen bin ich zutiefst überzeugt, dass es etwas Großes gibt, das uns am Leben erhält, dass wir mehr sind als nur ein Gehirn, das denkt, dass wir weiterleben nach dem physischen Tod. Und aus genau diesen Erkenntnissen ziehe ich meine Kraft und Zuversicht in den Beratungen mit meinen Klienten.

 

Was denkst Du darüber?

Ich würde mich freuen, wenn Du mir Deinen ehrlichen

Kommentar hier im Kommentarfeld hinterlässt. Danke.

 

Sylvia Harke

Sylvia Harke

Hallo, Du liest hier meinen Blog zum Thema Hochsensibilität. Ich bin Buchautorin, selbst hochsensibel, Coach und Dipl.-Psychologin. Ich arbeite freiberuflich als Seelen-Dolmetscherin und Schriftstellerin. Mit einer selbständigen Tätigkeit verwirkliche ich meinen Traum von einem selbstbestimmten, kreativen Leben. Ich schreibe über Hochsensibilität, Sensitivität, Erfolg, Beziehungen, Talententwicklung, Kreativität, Selbstverwirklichung und Psychologie.

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